Türkischer Auberginen-Linsen-Eintopf (vegan)

Es gibt nur noch wenige Kochbücher, die mein Interesse wecken. Zu viele habe ich über die vergangenen 15 Jahre gekauft, durchstöbert – und anschließend im Regal verstauben lassen. Von einst über 50 Stück sind mittlerweile nur noch um die 20 übrig. Das sind meine persönlichen Klassiker, die sich für mich im Alltag bewährt haben. Die meisten Neuerscheinungen packen mich nicht mehr. War doch alles schon mal da, oder? Gähn. Bei „30 Pflanzen pro Woche“* von Katharina Seiser wurde ich aber aufmerksam. Aus diesem Buch stammt auch dieser Auberginen-Linsen-Eintopf. Aber der Reihe nach.

30 Pflanzen für einen gesunden Darm

Je größer die Bandbreite an pflanzenbasierten Lebensmitteln in der Ernährung, desto stabiler und widerstandsfähiger ist das menschliche Darmmikrobiom und desto geringer ist das Risiko, an Zivilisationsleiden zu erkranken. So lässt sich die Idee hinter „30 Pflanzen pro Woche“ zusammenfassen. Zu den 30 Pflanzen gehören übrigens nicht nur Obst und Gemüse, sondern auch Nüsse, Gewürze (also so etwas wie Pfeffer, Bohnenkraut, Petersilie), Olivenöl sowie Kaffee und grüner Tee. Bedient man sich also an diesem wunderbaren Regenbogen, bleibt/wird man gesund/gesünder.

Ich finde die Idee klasse und für meinen Alltag leichter umzusetzen als das Konzept „Daily Dozen“, das Dr. Michael Greger in seinem Buch „How not to die“* (2016) dargestellt hat. Etwas wöchentlich zu schaffen, ist für mich einfacher als täglich. Zumal zu den Daily Dozen auch so fürchterlich unangenehme Dinge wie 30 Minuten Bewegung zählen...

Über das Buch

Für manche mag ein Manko sein, dass „30 Pflanzen pro Woche“ auch einige Rezepte beinhaltet, die bereits in anderen Kochbüchern, an denen Katharina Seiser mitgearbeitet hat, erschienen sind. Für mich war das nachrangig. Es gibt drei Kapitel: Kalt, warm und süß (letzteres bräuchte ich nicht, aber gut, man kommt da irgendwie nicht drum herum). Alle Rezepte sind mindestens vegetarisch, viele auch vegan.

Seiser hat das Konzept „30 Pflanzen pro Woche“ nicht erfunden, sondern nur in ihrem Kochbuch aufgegriffen. Probiert habe ich daraus schon ziemlich viel: Etwa den Linsen-Karotten-Eintopf, die Topinambur-Karotten-Pfanne und das Chili sin Carne. Riesiger Fan bin ich von diesem Auberginen-Linsen-Eintopf, den ich mittlerweile schon vier oder fünf Mal gekocht habe. Wie in den Fußnoten vorgeschlagen, bereite ich ihn in einer großen Cocotte* (29 cm), also einem gusseisernen Schmortopf, zu: Zutaten schnibbeln, rein in den Ofen und nach anderthalb Stunden ist alles fertig.

Es stimmt natürlich, dass eine Cocotte kein günstiger Kauf ist. Ich habe meine mal über eine Kombi aus REWE-Sammelpunkten/Weihnachtsgeschenk bekommen. Für mich hat sich die Anschaffung gelohnt. Wer davor zurückschreckt, bereitet den Auberginen-Linsen-Eintopf einfach in einem beschichteten Topf zu. Wie das genau funktioniert, steht in der Rezeptnotiz.

Ich habe das Rezept leicht abgewandelt: So benutze ich statt frischer Tomaten stückige Dosentomaten (z. B. von Mutti oder Oro di Parma). Auch darauf, die Auberginen zunächst in Salzwasser zu wässern, verzichte ich (was von Seiser aber ohnehin als optional angegeben wird).

Das Gericht passt übrigens besonders gut in den Sommer, wenn es lauwarm mit Joghurt und Baguette serviert wird. Liebt ihr Auberginen auch so sehr? Dann probiert un-be-dingt dieses Rezept: Sobanudeln mit gebratenen Auberginen und Mango.

Übrigens: Dieses Rezept enthält 11 Pflanzen: Linsen, Auberginen, Tomaten, Paprika, Zwiebel, Knoblauch, Petersilie, Nanaminze, Lorbeer, Pfeffer und Olivenöl.

Auberginen-Linsen-Eintopf

DRUCKEN

Zutaten

  • 100 g grüne Linsen
  • 1-2 längliche Auberginen normale Auberginen gehen auch ; )
  • 1 Dose stückige Tomaten
  • 2 rote Paprika
  • 1 Zwiebel
  • ½ EL Salça (Tomaten-Paprika-Mark)
  • 1 ½ EL Petersilie gehackt
  • 1 TL Nana-Minze getrocknet
  • 1 Lorbeerblatt
  • ½ TL schwarzer Pfeffer
  • 2 EL Granatapfelsirup
  • 4 EL Olivenöl

zum Servieren

  • (veganer) Joghurt
  • Baguette oder Fladenbrot
  • weitere Kräuter nach Wunsch

Zubereitung

  • Linsen in einem Sieb unter fließendem Wasser waschen.
  • Die Enden der Auberginen abschneiden. Auberginen so schälen, dass abwechselnd 1 fingerbreiter Streifen Schale stehenbleibt. Der Länge nach vierteln und in 4-5 cm lange Streifen schneiden.
  • Paprika putzen, halbieren, Stiel und Samen entfernen und in kleine Streifen schneiden.
  • Zwiebel und Knoblauch schälen, klein würfeln.
  • Dosentomaten, Paprika, Zwiebel, Knoblauch, und Auberginen mit Salça, Petersilie, Minze und Lorbeer mischen. Mit 1 TL Salz und Pfeffer abschmecken.
  • Nun in die Cocotte â…“ der Gemüsemischung, die Hälfte der Linsen, dann die Hälfte der Auberginenstücke geben. Darüber wieder â…“ der Gemüsemischung geben. Dann die restlichen Auberginen, restliche Linsen und restliche Gemüsemischung darüberschichten.
  • Granatapfelsirup, Olivenöl und ca. 100 ml kochendes Wasser darübergießen.
  • Cocotte verschließen und im vorgeheizten Ofen bei 220°C (Ober-/Unterhitze) ca. 80-90 Minuten garen. Zwischendurch einmal umrühren.

Notizen

Solltet ihr das Gericht in einem Topf zubereiten, geht es so: Ihr schichtet alles so in den Topf, wie oben angegeben. Anschließend Topf verschließen. Einmal aufkochen lassen und 70-80 Minuten bei geringer Hitze schmoren, bis Auberginen und Linsen weich sind. 

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