Türkische Rote-Linsen-Suppe

Ich bin treue Leserin von NYT Cooking und stöbere gerne in den Rezepten der Redaktion. Auf ihrem Instagram-Kanal wurde ich vor einiger Zeit auf diese türkische Rote-Linsen-Suppe aufmerksam, aufmerksamkeitsstark beworben mit der Überschrift: „Our Most Reviewed Recipe Ever“ („Unser am häufigsten bewertetes Rezept“). Das hat mich spontan neugierig gemacht, vor allem, da die Bewertungen sehr gut sind. Fünf Sterne bei 42.000 Bewertungen (Stand: Oktober 2026). 42.000! Wahnsinn! Für mich hat sowas ja viel mehr Bedeutung als virale Rezepte von TikTok.

Denn ob Dalgona Kaffee, Baked Feta Pasta, Butter Boards, diese geviertelten Tortillas, Cloud Bread (du liebe Güte) oder Japanese Yoghurt Cheesecake: Nichts davon habe ich jemals ausprobiert. Damit will ich nicht sagen, dass die Kreationen nicht gut sein können. Es ist aber absolut nicht meine Welt der Koch-Inspiration. Lasst mich! Es braucht auch Leute wie mich, die weiter auf Webseiten oder in Büchern stöbern. Und auf der NYT-Website hat mich die türkische Linsensuppe dann eben auch sofort überzeugt. Zigtausende positive Bewertungen einer respektablen Koch-Community sind ein nicht zu ignorierendes, positives Signal.

Nie ohne Abwandlung

Nun gibt es natürlich auch in dieser Community – allein aufgrund ihrer Größe – immer viel Feedback in den Kommentaren, was man noch besser machen könnte. Diesen Empfehlungen bin ich teilweise gefolgt, es ist hier also nicht mehr das Ur-Rezept der New York Times zu finden, sondern meine leicht abgewandelte Version von Mercimek Çorbası (so heißt die Suppe auf Türkisch). Für die gibt es aber ohnehin nicht die „einzige wahre“ Originalversion. Darüber habe ich mich auf vielen (auch türkischen) Blogs versichert.

Ich habe bei mir eine Dose gute Tomaten in die Suppe gegeben, weil mir das sinnvoll vorkam. Zudem habe ich am Schluss noch 2 EL gehackte Minze und 2 EL gehackte Petersilie in den Topf gegeben. Koriander ist nicht mein Fall, weil er für mich leider nach Seife schmeckt, aber er gehört eigentlich auch nicht in die Suppe. Warum die Redaktion nicht einfach Petersilie genommen hat, ist mir nicht klar. Die passt nämlich, genau wie die Minze, hervorragend.

Auf etwas Zitronensaft solltet ihr am Ende ebenfalls nicht verzichten, weil der die Sache erst richtig schön rund macht. Ich serviere die türkische Rote-Linsen-Suppe mit Joghurt und gebräunter Paprika-Butter. Eine Scheibe knuspriges Weißbrot dazu schadet übrigens auch gar nichts.

Und, können 42.000 Bewertungen lügen?

Ich sage: Nein. Ich habe mich zwar nicht genau ans vorgegebene Rezept gehalten, aber die meisten anderen laut Kommentarspalte auch nicht. Mercimek Çorbası hat ihre Stärken darin, dass sie in Nullkommanix gekocht ist, und zwar mit Produkten, die man fast immer im Haus und für die man kein Delikatessengeschäft aufsuchen muss. Sie ist schön sämig, wohlig-würzig und sehr, sehr lecker. Allein die Farbe macht gute Laune. Noch besser schmeckt sie natürlich aufgewärmt am nächsten Tag. Sie lässt sich auch als Meal Prep mit ins Büro nehmen.

Seid ihr jetzt im Linsen-Fieber? Dann probiert auch türkische Rote-Linsen-Köfte oder meinen leckeren Linsen-Aprikosen-Aufstrich.

Türkische Rote-Linsen-Suppe (Mercimek Çorbası)

Rezept für 4-6 Personen
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Zutaten

für die Suppe

  • 3 EL Olivenöl
  • 2 Zehen Knoblauch gepresst
  • 2 mittelgroße Zwiebeln ca. 150 g, gehackt
  • 300 g Rote Linsen
  • 2 TL Kreuzkümmel (Cumin)
  • 2 Karotten ca. 200 g, gewürfelt
  • 1200 ml Gemüsebrühe
  • 1 Dose Tomatenstücke
  • 2 EL Tomatenmark
  • 2 EL Salz
  • 1 Prise Cayennepfeffer
  • 1 TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 2 EL frische Minze gehackt
  • 2 EL frische Petersilie frisch gehackt
  • Zitronensaft frisch gepresst

zum Garnieren

  • 2 EL Butter
  • süßes Paprikapulver
  • griechischer Joghurt

Zubereitung

  • Die roten Linsen gründlich unter fließendem kalten Wasser waschen.
  • In einem großen Topf drei Esslöffel Olivenöl stark erhitzen. Dann Zwiebel und Knoblauch hinzufügen und ca. drei bis vier Minuten lang goldbraun anbraten, dabei immer wieder rühren.
  • Tomatenmark, Kreuzkümmel, Salz und schwarzen Pfeffer sowie das Chilipulver unterrühren und weitere zwei Minuten anbraten.
  • Brühe, Tomaten, Linsen und die Möhre hinzufügen. Zum Köcheln bringen, dann den Topf teilweise abdecken und die Hitze auf mittlere bis niedrige Stufe reduzieren. Etwa 30 Minuten köcheln lassen, bis die Linsen weich sind. Abschmecken und bei Bedarf Salz hinzufügen.
  • Mit einem Stabmixer ungefähr die Hälfte der Suppe pürieren, bis sie schön sämig ist. Ich mache das nach Gefühl.
  • Abschließend Petersilie und Minze unterrühren, mit Zitronensaft abschmecken und – wenn gewünscht – mit griechischem Joghurt garnieren und servieren.
  • Für die Paprikabutter Butter kurz in einer Pfanne heiß aufschäumen, mit Paprikapulver bestäuben, verrühren. Die Butter wird dann als „Finish“ auf die gefüllten Teller gegeben.

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