Kartoffelkäse (Erdäpfelkas) wie in Österreich

Dieser Beitrag entstand ursprünglich 2016 im Rahmen der Blogaktion „Mädchenküche“, bei der sich verschiedene Foodbloggerinnen regelmäßig einem gemeinsamen Thema widmeten. Ja, sowas gab es mal... und im August 2016 hatten wir uns für die Kartoffel als Oberthema entschieden. Das kam mir entgegen, weil ich Kartoffeln ja total liebe. Ob vom Grill (mit viiiel Zaziki), als Wedges mit Sour Cream oder als knusprige Crash Hot Potatoes. Damals wollte ich aber mal was anderes ausprobieren und habe Kartoffelkäse beziehungsweise Erdäpfelkas zubereitet.

Kartoffelkäse bsteht primär aus gekochten und geriebenen Kartoffeln und viel Sauerrahm und wird kräftig-deftig gewürzt. In Bayern und Österreich kennen ihn alle, hier am Niederrhein ist er – im Gegensatz zu Obazda, was die meisten wohl mittlerweile kennen dürften – unbekannt.

Kartoffelkäse-Varianten

Wie so oft findet man für Kartoffelkäse bzw. Erdäpfelkas ganz verschiedene Rezepte: Mal wird er mit festkochenden, mal mit mehligkochenden Kartoffeln gemacht. Mal werden sie gestampft, mal gerieben. Mal rührt man Sahne hinein, mal Sauerrahm. Manche Leute geben sogar ein gekochtes Ei dazu. Das würde ich persönlich jetzt nicht machen, weil mich das zu sehr an Kartoffelsalat erinnert... Aber Geschmäcker und Assoziationen sind bekanntlich verschieden, und falls ihr die Idee mit dem Ei interessant findet, spricht nichts dagegen, das auszuprobieren. Ich habe auch Varianten mit weicher Butter als Zutat oder geriebenen Radieschen gesehen.

Wie reibt man Kartoffeln?

Bezügtlich der Reibe empfehle ich eine normale Vierkantreibe guter Qualität. Ich habe diese von WMF* seit über sieben Jahren im Einsatz und sie ist noch immer rasiermesserscharf. Noch ein Tipp: Kocht besser größere Kartoffeln statt kleinere, damit ihr sie besser packen könnt und die Gefahr von abgeschrabbten Fingerkuppen minimiert. Alternativ geht natürlich auch fingerschonende Trommelreibe*.

Wozu isst man Kartoffelkäse?

Es gilt: Erlaubt ist, was schmeckt. Traditionell isst man Kartoffel- oder Erdäpfelkäse als Brotaufstrich. Baguette ist vermutlich nicht ganz das richtige, aber kräftiges Bauernbrot passt ebenso gut wie Schwarzbrot oder Laugengebäck, zum Beispiel Brezeln oder Stangen.

Das Rezept habe ich leicht abgewandelt nach Österreich Vegetarisch.* Achtung: Dort müsst ihr im Glossar natürlich unter „E“ wie Erdäpfelkas suchen.

Kartoffelkäse (Erdäpfelkas)

Rezept für 4 – 6 Personen als Brotzeit
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Zutaten

  • 500 g festkochende Kartoffeln in der Schale gekocht und ausgekühlt
  • 1 kleine Zwiebel
  • 200 g Saure Sahne
  • 50 g Joghurt 3,8%
  • 125 g Frischkäse
  • Salz
  • weißer Pfeffer
  • 1 Prise gemahlener Kümmel
  • 1 TL Majoran getrocknet
  • 1 EL gehackter Schnittlauch alternativ: Petersilie
  • Kümmel, Paprikapulver für die Garnitur

Zubereitung

  • Kartoffeln pellen und auf einer groben Reibe (ich habe dafür eine Trommelreibe) reiben.
  • Zwiebel schälen und fein hacken. Mit den restlichen Zutaten vermischen und abschmecken, dann mindestens eine Stunde bei Zimmertemperatur stehen lassen.
  • Nochmals abschmecken und mit Schnittlauch, Kümmel (ganz) und Paprikapulver garnieren und servieren.

Notizen

Im Originalrezept steht, dass Kartoffelkäse niemals im Kühlschrank aufbewahrt werden darf. Das kann schon sein. Ich hab's dennoch gemacht und fand ihn auch gekühlt einwandfrei köstlich.

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3 Kommentare

  1. Ooohoooh, Kartoffelkaas! Den gibt's selbst hier in Bayern eher selten. Voll schade weil ich den viel lieber mag als Obazden^^ Und ich hab ihn echt noch nie selbst gemacht, eiei, wird echt mal Zeit. Jetzt hab ich ja ein Rezept an der Hand 😉
    Liebe Grüße, Sabine

    PS: Auf meinem Blog gibt's gerade ein veganes Kochbuch zu gewinnen, vielleicht magst du ja mitmachen 🙂

  2. Haha, ja! Da muss ich meiner Vorrednerin zustimmen. Ich mach mir heute auch lieber einen gscheiten Kartoffelkaas, als den alt bekannten Obazden 😀

    Freu mich schon drauf - danke für das Rezept!!
    Liebe Grüße aus München
    Peter

  3. Oh Kartoffelkäse 😀
    Ich war vor kurzem mit Freundinnen in Österreich bei einem Most-Bauern und da war der auf dem Jausenteller - soo lecker!
    Ich muss das Rezept unbedingt mal ausprobieren 🙂
    Liebe Grüße Julia von Törtchenfieber

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