Khoresht-e-Aloo Bokhara

30. Dezember 2012

Ich liebe die arabische, die nahöstliche, die orientalische Küche. Es fällt mir schwer, hier eine definitive „Länderküche“ zu benennen. Wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich wohl die Türkei nennen. Die türkische Küche hat mich 2012 am meisten geprägt. Einerseits durch das ganz wunderbare Kochbuch Pismek, andererseits durch meine Reise nach Istanbul, wo ich glücklicherweise nicht nur mit schrecklichem Touristenfraß Bekanntschaft machte, sondern auch uriges Streetfood und phänomenale Edel-Gerichte nach osmanischer Tradition probieren konnte. Hinzu kommen zwei Ottolenghis, die ebenfalls aus der Richtung kommen – und nicht zuletzt Veggiestan, aus dem übrigens dieses Rezept hier stammt.

Prinzipiell bin ich einfach völlig verknallt in die Küche aus dem nahen und mittleren Osten. Wenn die Instabilität der Region und der Ländergrenzen selbstverständlich nur selten Grund zur Freude sind, profitieren Kochtöpfe doch immer von den stetigen Migrationsbewegungen: Neue Zutaten, neue Zubereitungsweisen, ein Verschieben des Fokus von einem Gewürz auf das andere – so viele Aromen, so viele Möglichkeiten. Natürlich esse ich auch gerne Bratkartoffeln mit Spiegelei, aber mein Herz hängt irgendwie doch am Granatapfelbaum (… bitte nicht bildlich vorstellen!). 

Khoresht-e-Aloo Bokhara, ein Gemüseeintopf mit Pflaumen und Spinat, ist überaus lecker, auch wenn ich ein wenig an der Würze gedreht habe. Auch bei der Pflaumenmenge und am Gemüse habe ich geschraubt . Saft von sauren Trauben bzw. die Trauben selbst habe ich nicht bekommen, deswegen habe – nach der Empfehlung – trockenen Weißwein und Zitrone genommen. Dazu einfaches Fladenbrot und ein bisschen Joghurt – ein Gedicht. Am besten die doppelte Portion zubereiten und am nächsten Tag aufwärmen.

Khoresht-A-Aloo Bokhara – Gemüseeintopf mit Pflaumen und Spinat
für 4 Portionen

Zutaten
200 g aloo bokahara bzw. Backpflaumen
Öl oder Ghee zum Braten
2 Zwiebeln, gehackt
2 rote Paprikaschoten, grob gewürfelt
2 Karotten, in Scheibchen
2 Kartoffeln, grob gewürfelt
1 TL gemahlener Zimt
2 EL Tomatenmark
300 ml Weißwein
ev. Wasser
1 kleine Dose Kichererbsen
500 g TK-Spinat
Salz
Pfeffer
gekörnte Gemüsebrühe

Zubereitung 

Zuerst die Pflaumen ca. 30 Minuten in Wasser einweichen und das Gemüse – wie in den Zutaten beschreiben – zubereiten.
In einem großen Top etwas Öl oder Ghee erhitzen. Zuerst die Zwiebeln und die Paprika, anschließend Karotten und Kartoffeln zufügen und mit darin anbraten. Nach ca. 2 Minuten Zimt und Tomatenmark gut unterrühren. Wein und ev. Wasser zugeben, so dass alle Zutaten mit Flüssigkeit bedeckt sind. Nun die Pflaumen untermengen und bei schwacher Hitze ca. 30 Minuten köcheln lassen. Dann den Spinat und die Kichererbsen zufügen. Passt die Konsistenz nach weiteren 10 Minuten (nicht zu flüssig, nicht zu dick) mit Salz, Pfeffer und Gemüsebrühe abschmecken, eventuell noch etwas Zucker zugeben.
Abschmecken und servieren: Solo oder zu Reis, Fladenbrot und Salat. Und natürlich am besten mit einem Klecks Joghurt.

Quelle
Sally Butcher: Veggiestan: Der Zauber der orientalischen Gemüseküche

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16 Kommentare

  • Antworten nike 30. Dezember 2012 at 19:22

    mir läuft das wasser im mund zusammen! tolle bilder & das rezept liest sich großartig!

  • Antworten Caro 30. Dezember 2012 at 19:27

    wow, das muss ich im neuen jahr unbedingt sofort ausprobieren!!!
    hast dus mit gehacktem oder mit Blattspinat gemacht?

  • Antworten Christina 30. Dezember 2012 at 20:59

    danke! es war auch wirklich sehr lecker – und ist auch noch vegan! 🙂

  • Antworten Christina 30. Dezember 2012 at 21:00

    puh, das war TK-blattspinat, ich weiß gar nicht – ich glaube, der ist nicht gehackt. wenn spinat in sich zusammenfällt, sieht ja fast alles gleich aus. 😀

  • Antworten Caro 31. Dezember 2012 at 10:12

    supi, dann hab ich spgar alles dafür da 😀
    eines der gerichte bei denen die lieben mitesser garnicht merken dass es vegan ist 😛

  • Antworten Foodfreak 2. Januar 2013 at 14:57

    eine spannende Kombination, gefällt mir gut – danke für die Inspiration!

  • Antworten Rosita Vargas 4. Januar 2013 at 1:13

    Se ve irresistible luce muy rico me encanta,abrazos y abrazos.

  • Antworten Natascha 9. Januar 2013 at 13:45

    Das sieht so lecker aus! Auch ich liebe orientalische Küche…
    Was könnte man statt Backpflaumen hier verwenden? "Normale" getrocknete Pflaumen?

  • Antworten Natascha 9. Januar 2013 at 13:53

    Oops, jetzt habe ich gegoogelt "Backpflaume" – das ist doch getrocknete Pflaume:-))
    Entschuldigung, Deutsch ist (offensichtlich:-) nicht meine Muttersprache…

  • Antworten Christina 11. Januar 2013 at 23:14

    immer wieder gern. 😉

  • Antworten Christina 11. Januar 2013 at 23:14

    hihi, ist ja nicht schlimm. ist ja gut, dass wir in zeiten von google und co leben. 🙂

  • Antworten Yasmin 24. Januar 2013 at 21:46

    klingt großartig. persische küche – ein bißchen abgewandelt. über den weißwein in einem orientalischen gericht musste ich doch sehr schmunzeln 😉

  • Antworten Steffi 21. August 2013 at 20:10

    Es war herrlich! Danke dafür!
    Liebe Grüße von steffi

  • Antworten zucker ruebchen 22. August 2013 at 15:01

    Bin über Steffi hergeschlendert und hab das Rezept gleich mal ausgedruckt. Klingt wahnsinnig lecker! LG Jennifer

  • Antworten Anonym 5. September 2013 at 19:49

    Hallo, ich wollte nur sagen, dass Khoreshe Aloo ein persisches Gericht ist. Du hast es aber super angewandelt. Den besagen Saft von unreifen/sauren Trauben bekommt man ohne Probleme in einem persischen Geschäft in jeder Großstadt, einfach nach GHOOREH fragen.
    Perser essen alle ihre Khoresh-Gerichte mit Safran-Basmatireis, schnmeckt einfach himmlich. Danke. LG.

  • Antworten milchmaedchen 22. September 2014 at 17:05

    Gab es heute: lecker! Sogar dem ob Zimt und Pflaumen skeptischen Kerl hat's gemundet. Keeper!

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