Hilfe, Zucchini-Schwemme! – 5 kreative Tipps, um Zucchini zu verwerten

3. Juli 2018
Zucchini-Schwemme

Waaah. Zucchini! Sie sind überall!
Aktuell beglücken mich meine Zucchini-Pflanzen jede Woche mit ca. fünf Früchten; im Volksmund nennt man das „Zucchini-Schwemme“. Heißt: Es werden viel zu schnell viel zu viele Früchte produziert, viel schneller, als der durchschnittsdeutsche Hobbykoch mit der Verwertung hinterher kommt.

Weil ich mittlerweile darauf vorbereitet bin, setzt mich die Schwemme nicht mehr unter Stress – im Gegenteil: Ich bin mittlerweile relaxter Profi in der Zucchini-Verwertung und habe jetzt endlich mal meine Ideen und Vorschläge, wie euch das grüne (oder gelbe) Gemüse nicht langweilig wird, zusammengefasst. Allerdings: Experimentierfreude ist Voraussetzung.


Meine Tipps, um viele Zucchini schnell und lecker zu erledigen:

  1. In Kuchen verstecken.
    Eines meiner meistgeklickten Rezepte auf diesem Blog ist mein Schoko-Zucchini-Kuchen mit Walnüssen. Völlig zurecht – so kann man nämlich nicht nur eine große Zucchini quasi geschmacks- und spurlos verschwinden lassen, man zieht auch noch einen fürchterlich leckeren Kuchen aus dem Ofenrohr, der ungleich saftiger ist als ein Pendant „ohne“.
  2. Ratatouille kochen. In Massen. Und auf Vorrat.
    Mein allerliebstes Sommergericht ist Ratatouille. Ich habe dafür ehrlich gesagt kein festes Rezept, nach dem ich mich richte: Ich schmore einfach Zucchini mit Paprika, Aubergine und Tomaten, Zwiebeln und Knoblauch so lange, bis sich ein irrsinnig leckerer Gemüseeintopf zusammengebrodelt hat. Den kann man ebenso warm wie kalt essen, als Abendessen oder in einer Lunchbox, mit Reis, Couscous oder Bulgur als Beilage, Fladenbrote oder Tortillas damit füllen, als Nudelsauce oder für Lasagne verwenden – nix ist so variabel wie Ratatouille. Je mehr man davon kocht, desto mehr kann man einfrieren. Und schwupps, sind ein paar Früchte – gerne auch die größeren „Zucchinikeulen“ – verschwunden.  Falls ihr nicht so recht wisst, wie man Ratatouille kocht: In der Berliner Küche findet ihr ein schönes Basic-Rezept.
  3. Zucchini-Nudeln: I’m lovin’ it.
    Ich liebe Zucchini-Nudeln, auf komischem Neudeutsch sagt man auch „Zoodles“ dazu. Nichts gegen einen Teller dampfende Wohlfühl-Pasta aus Hartweizengrieß, aber schnelle, kalte und frische Zucchini-Nudeln finde ich besser. Außerdem macht es ziemlich viel Spaß, die Zucchini durch den Spiralschneider zu jagen. (Ich habe seit vielen Jahren diesen einfachen Spiralschneider* und bin sehr glücklich damit.) Eigentlich könnt ihr zu Zucchini-Nudeln alles essen, was ihr sonst zu normalen Spaghetti essen würdet. Ich mag meine Zucchini-Nudeln mit Paprika-Sauce und Walnuss-Parmesan – ein Nullkommanix-Gericht, das zudem noch vegan ist.
  4. Zucchinisalat statt Gurkensalat. Ja, das funktioniert wirklich
    Vor einigen Jahren habe ich von meiner Mutter den Tipp bekommen, Zucchini einfach wie Gurken zu Salat zu verarbeiten. Das funktioniert prima, vor allem mit kleineren, knackigeren Exemplaren. Und da ich total gerne Gurkensalat esse, tausche ich im Sommer einfach das Gemüse aus und verfahre ansonsten wie immer: Ganz dünn hobeln, eine leichte Vinaigrette (oder mein beliebtes Oma-Dressing) anrühren – dazu Salzkartoffeln und Spiegelei, fertig.
  5. Für Fortgeschrittene: In süße Quarkspeisen mischen.
    Relativ lange habe ich dafür benötigt, mich an Zucchini in süßen Quark- oder Milchspeisen zu wagen. Im Nachhinein völlig unbegründet. Es gibt unzählige Rezepte für „Zoats“, also Haferflockenbrei – zum Beispiel in Form der beliebten Overnight Oats oder als Porridge –, in denen die Haferflocken ganz oder teilweise durch klein geraspelte Zucchini ersetzt werden. In vielen Fitness-Foren zielt dieser Tipp darauf ab, die kalorien- und kohlenhydratreichen Haferflocken gegen das kalorien- und kohlenhydratarmes Gemüse zu tauschen. Ich habe mittlerweile festgestellt: Das funktioniert wirklich gut! Die relativ geschmacksneutrale Zucchini steuert lediglich Biss und Substanz (und natürlich ihre Vitamine und Mineralstoffe) bei, und so schummelt man sich quasi ganz nebenbei eine Portion gesundes, rohes Gemüse unter – ganz nebenbei.
    Ein Grundrezept für Zoats findet ihr bei Hannah von Projekt: Gesund leben.

Andere Rezepte, die ich auf der Suche nach neuen Ideen für Zucchini-Verwertung gefunden habe: 

  • Dieses Rezept von Robert will ich unbedingt bald ausprobieren – denn so wie er an- und lobpreist, scheint es sich um das beste Rezept für große Zucchinikeulen zu handeln. Da ich aktuell öfter arg adipöse Früchte ernte, die über 1 kg auf die Waage bringen, bin ich sehr gespannt darauf.
  • Kolokithokeftedes – griechische Zucchinipuffer – habe ich bei Sia’s Soulfood gefunden und finde, sie sehen ganz fabelhaft aus. Leider benötigt man nur 350 g für ihr Rezept, aber wenn die Puffer so lecker sind wie sie aussehen, stellt man sich dafür garantiert öfter an den Herd.
  • Zucchinitarte mit Basilikumcreme ist ebenfalls Musik in meinen Ohren. Solche größeren Tartes und Quiches eignen sich gut, um auch mal die geschätzte Büromannschaft spontan zu beglücken. Dann tut ihr auch direkt was fürs Betriebsklima, Teamspirit und so. Ich nehme bald mal wieder einen Zucchinipudding mit auf die Arbeit.
  • Sauer eingelegte Gemüse mag ich sehr, bin aber meistens zu faul dafür. Bei vielen E würde es sich aber lohnen, sie für die kalten Jahreszeiten zu konservieren und als süß-sauer eingelegte Scheiben zu Raclette oder als Sandwich-Pickles zu genießen. Ein Rezept, das mir gut gefällt, habe ich bei Sina gefunden. Vielleicht ringe ich mich noch durch…
  • Zudem bin ich schwer verliebt in Stephs Zucchiniwaffeln – habe nur leider nicht das richtige Waffeleisen parat. Verdammt!

Ich hoffe, mein kleiner Zucchini-Guide hat euch mit einiger Inspiration für die kommenden Wochen versorgt. Wenn ihr selbst wirklich nicht mehr weiter wisst und sie euch rechts und links und überhaupt an den Ohren herauskommen, verschenkt die Früchte doch an eure Freunde oder Kollegen – oder inseriert sie bei Foodsharing. Don’t let good food go bad!

Habt ihr noch andere, bessere, erprobte Tipps, um die Schwemme in den Griff zu kriegen? Her damit!

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11 Kommentare

  • Antworten Tina 3. Juli 2018 at 15:46

    Ich könnte noch anbieten Zucchini Grilled Cheese Sandwich – hierhält sich die Zucchini Schwemme noch in Grenzen, aber die Gurkenschwemme startet dagegen voll durch

    • Antworten Christina | feines gemüse 3. Juli 2018 at 15:52

      Ach, echt? Gurken sind bei uns nicht sooo arg dabei, aber ich habe nun einmal auch ganze vier Zucchini-Pflanzen…
      Oh je, oh je…

  • Antworten Marsha 3. Juli 2018 at 16:03

    Eine schöne Sammlung hast du hier 🙂 Da werde ich sicherlich einige Rezepte ausprobieren. Ich bin ja ein großer Zucchini-Fan, eben weil sie so vielseitig sind.

    Danke, dass du mich mit aufgelistet hast, bzw. ein Rezept von mir 😉

    Liebe Grüße und einen schönen Tag dir 🙂
    Marsha

    • Antworten Christina | feines gemüse 3. Juli 2018 at 16:41

      Hej Marsha, jaja, genau deswegen liebe ich Zucchini auch sehr! Unglaublich vielseitig und dabei noch einfach in der Verarbeitung.
      Gern geschehen, die Tarte sieht ja wirklich unfassbar lecker aus.

      Liebe Grüße,
      Christina

  • Antworten Tina 3. Juli 2018 at 18:29

    War früher auch nicht so, aber seit Papa auf automatische Bewässerung umgestellt hat, werden e jedes Jahr mehr Gurken.

    Früher hatte ich mir weniger Zucchini’s gewünscht – mittlerweile das Gegenteil, sind einfach vielfältiger zuverwenden – die Overnight Oats werden für morgen gleich ausprobiert.

  • Antworten Diana 4. Juli 2018 at 10:24

    Christina, wie ich dich für deinen Garten beneide. Leider habe ich keinen, also gibt es auch keine Zucchinis im Überfluss. Aber die Tipps werde ich mir merken.
    LG, Diana

    • Antworten Christina | feines gemüse 4. Juli 2018 at 10:27

      Hey Diana, ich habe auch “nur” einen Mietgarten, an dem hänge ich aber schon jetzt, nach wenigen Monaten, sehr.
      Gibt es so ein Konzept in Österreich nicht auch?
      Liebe Grüße,
      Christina

  • Antworten Julia 7. Juli 2018 at 12:19

    Ganz klasse verwursten lässt sich Zucchini auch in grünen Smoothies- schmeckt glücklicherweise auch nicht zu stark vor 😉

    • Antworten Christina | feines gemüse 7. Juli 2018 at 17:34

      Stimmt, das ist auch eine sehr gute Idee! 🙂

  • Antworten Mo 13. Juli 2018 at 23:09

    Zucchini-Pfannkuchen sind bei uns auch ein Klassiker, die Zucchini macht den Pfannkuchen – ähnlich wie beim Backen – super fluffig und saftig. Und es kommen gerne die Zucchini-Blüten mit rein (die nimmt man von den Pflanzenstängeln, an denen sich keine Frucht ausgebildet hat).

  • Antworten Giftigeblonde 23. Juli 2018 at 10:23

    Vielen Dank für die Verlinkung! Bei mir heuer leider keine Schwemme, aber ich hab nette Nachbarn und Freunde
    Lg Sina

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