Selbstgemachter Holunderblütensirup

Selbstgemachter Holunderblütensirup

Ich weiß, ich weiß, ich bin recht spät dran mit meinem Post zum Holunderblütensirup. Andere waren da weitaus schneller. Aber nachdem ich tagelang von allen möglichen Seiten angefixt worden war, spürte auch ich das dringende Bedürfnis nach literweise Sirupproduktion. Nur: Das Sammeln von Holunderblüten in der Düsseldorfer Innenstadt ist nicht ganz das, was ich mir vorgestellt habe. Also wurde die Mama angerufen – die mal wieder vorbeischauen wollte – und auf unbedenklichen Holunder in einem beschaulichen Park angesetzt. Wenige Tage hielt ich dann einen riesigen Korb voller schöner Dolden in den Armen. Noch am selben Abend konnte ich mit dem Einlegen beginnen.

Ja, ihr habt richtig gehört: Einlegen. Für mich war das auch ganz neu. Selbstgemachter Holunderblütensirup wird kalt angesetzt und zieht einige Tage im Kühlschrank durch – ist also schon etwas zeitaufwendiger als z. B. Vanille- oder Schokoladensirup. Aber die Mühe lohnt sich, sehr sogar. Selbstgemachter Holunderblütensirup schmeckt richtig sommerlich und hat nur eine dezente Säure, die den typischen Geschmack nicht überlagert. Somit kann ich euch mein Rezept – das nicht meins ist, sondern von Juliane kommt, die es wiederum irgendwie von Steph hat – nur ans Herz legen.

Und wozu ist selbstgemachter Holunderblütensirup dann gut? Ich habe ihn bisher nur pur mit Mineralwasser aufgegossen, aber auch der berühmte Hugo lebt von dem Geschmack. Außerdem macht er sich prima in Salatdressings und auf Eiscreme, als Beigabe in Joghurt... ach, es gibt so viele Möglichkeiten.

Update 2026:

Nach vielen Jahren Pause habe ich im vergangenen Jahr endlich wieder angefangen, Holunderblütensirup selbst zu machen. Ich wohne ja mittlerweile in einem eher ländlich geprägten Gebiet und hier gibt es überall Holundersträucher. Ein paar Tipps möchte ich euch vor dem Zubereiten noch auf den Weg geben:

  • Der richtige Zeitpunkt zum Pflücken: In der Regel ab Mitte Mai bis Mitte Juni. Es kommt aber auf eure Region und das Wetter an. Dieses Jahr war der Holunder schneller in Blüte als im vergangenen Jahr. Und während Ende Mai hier, in NRW, die Zeit zum Pflücken fast vorbei ist, hat sie im Norden von Deutschland noch gar nicht begonnen. Habt also rechtzeitig ein Auge auf die Entwicklung.
  • Am besten pflückt ihr nicht nach Regen und/oder Gewitter, wenn die Pollen ausgespült wurden.
  • Sträucher, die im Wald stehen, sind gegenüber Sträuchern an Straßen zu bevorzugen. Logisch, oder?
  • Ohne Kleinstlebewesen kein Sirup. So ist es leider. Trotzdem empfehle ich, die Dolden nicht zu doll zu schütteln. In den Blütenpollen ist schließlich der Geschmack.
  • Ich filtere den Sirup durch meine geliebten Passiertücher.* Die waren einer der besten Käufe meines Lebens. Ich benutze sie ständig, nicht nur für Holunderblütensirup, sondern auch, um Paneer zu machen, Joghurt abtropfen zu lassen...
  • Zitronensäure kostet kaum etwas, gibt es z. B. von RUF* oder Dr. Oetker und steht im Supermarkt bei den Backwaren.
  • Ich fülle den Sirup am liebsten in kleinere Twist-Off-Flaschen, z. B. diese hier.

Selbstgemachter Holunderblütensirup

Holunderblütensirup

Rezept für 2,5 Liter
DRUCKEN

Zutaten

  • 1,5 l Wasser
  • 1,2 kg Zucker
  • 20-25 Holunderblütendolden frisch gepflückt
  • 1 Bio-Zitrone
  • 25 g Zitronensäure

Zubereitung

  • Zucker mit Wasser in einen (großen!) Topf geben, aufkochen und ca. 10 Minuten kochen lassen. Anschließend abkühlen lassen.
  • Die Blüten säubern, aber auf keinen Fall waschen, sondern nur leicht ausschütteln, damit sich mögliche Insekten verabschieden. Zu doll sollte man aber auch nicht dabei vorgehen. Schließlich soll der Blütenstaub, der den Geschmack gibt, bleiben, wo er hingehört.
  • Zitrone heiß abwaschen, trocken reiben und in dünne Scheiben schneiden. Mit den Blütendolden in eine große Schüssel oder einen Topf geben. Zitronensäure zugeben. Alles mit dem abgekühlten Zuckersirup übergießen und abgedeckt im Kühlschrank drei Tage ziehen lassen. Einmal täglich umrühren.
  • Dann den Sirup-Ansatz durch ein Tuch filtern. Sirup erneut aufkochen und 10 Minuten kochen lassen. Anschließend mit einem Trichter in sterilisierte Flaschen oder Gläser füllen und fest verschließen.

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6 Kommentare

  1. Nö nö, alles gut... ich war auch nicht viel früher dran. Und bei der Jagd nach den Dolden habe ich erfreut festgestellt, dass viele noch gar nicht aufgeblüht waren. Außerdem scheinen die Leute hier nicht sonderlich an Holunder interessiert zu sein, was mich sehr freut: Dann bleiben genug Dolden, aus denen später Hollerbeeren werden können! 🙂

  2. Man kommt ja derzeit gar nicht um Holunderblütensirup und vor allem Hugo herum. Hab mir das eigenltich auch noch vorgenommen den Sirup endlich mal selbstzumachen, aber wahrscheinlich wird das wohl eher nichts mehr - leider 🙁

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