Lavendel-Käsekuchen

6. Mai 2012

Es gibt so Dinge, von denen hört oder liest man mal nebenbei – und dann lassen die einen nie wieder los. Ein aktuelles Beispiel aus meiner Welt: Lavendel. Als ich zum ersten Mal über ein Rezept mit diesen Blüten stolperte, fand ich die Idee höchst kurios. Ich meine: Lavendel, hallo? Da denke ich an alles mögliche: Seife, Duftsäckchen, Omas (naja, und an die wunderschönen Lavendelfelder der Provence, aber das passt jetzt nicht wirklich in diese Aufzählung, ne?) – you get the idea.

Trotz mentaler Abneigung hatte ich von nun an immer ein Auge auf Lavendelrezepte. Warum der Selbstversuch erst jetzt erfolgen konnte, lag daran, dass ich keine Blüten in Bio-Qualität bzw. diese nur zu völlig überzogenen Preisen bekommen konnte. Nun hatte ich aber zufällig einen Gewürz-Gutschein… und dann macht man sowas schon mal. Tut dem Geldbeutel dann ja nur indirekt weh. 
Kaum hatte ich die Dinger dann, wollte ich loslegen. Aber anstatt mich erst einmal an ein erprobtes Rezept zu halten, musste ich direkt mit einer Eigenkreation aufwarten: Lavendel-Käsekuchen.


Leider sind mir dabei direkt mehrere Fehler unterlaufen: Erstens habe ich – mal wieder – vergessen, die Form ordentlich einzufetten, weswegen der Kuchen unfotografierbar war. Auch der Zuckerguss war zu dünnflüssig und erinnerte eher an übermäßigen Speichelfluss (hmmm, wenig appetitanregend). Aber das größte Problem: Ich hatte mich in der Lavendelmenge vertan. Beziehungsweise den dick gedruckten Hinweis auf der Blechdose „Sparsam verwenden“ ignoriert. Ähähähä. Also: Mir hat’s geschmeckt. Der Lavendelgeschmack war zwar dominant, aber gestört hat’s mich nicht. Der Mann aber, der in diesem Haushalt der unangefochtene Käsekuchen-Experte und -Esser ist, mochte das nicht so gerne. 

Es fielen ziemlich viele gemeine Worte über diesen Kuchen (eines davon war „schrecklich“). Das wollte ich aber nicht auf mir sitzen lassen und griff gestern erneut zur Blechdose, um den Kuchen sowohl in optischer wie geschmacklicher zu perfektionen. Der Mann fand das zwar nicht so prima, gab mir aber noch eine Chance. Und hat’s nicht bereut: Sparsam benutzt, entfaltet sich der Lavendel ganz dezent, das sich mit dem Käsekuchenaroma perfekt verträgt. Der dicke Zuckerguss aus mit wenigen Blüten parfümierter Lavendelmilch macht richtig was her – wer darauf aber lieber verzichten möchte, lässt ihn weg oder bestreicht den Kuchen mit geschmolzener weißer Schokolade.
Wenn ihr den Dreh raus habt, wisst ihr ja, wie viel Lavendel ihr mögt. Fangt am besten lieber mit wenig an und dreht die Menge im Wiederholungsfall nach oben.
Das Rezept ist eine Abwandlung des Kirsch-Käsekuchens aus Kleine Kuchen* von GU. Der ist in der letzten Zeit (ohne Kirschen) zu meinem Standard-Käsekuchen geworden. Total fix gemacht, lecker, cremig, nicht zu süß, genau richtig. Wer noch auf der Suche nach DEM EINEN perfekten Käsekuchen ist, der sollte es mal mit diesem Rezept versuchen – dann aber ohne Lavendel, denn das ist ja nix für jeden Tag, eher was für besondere Anlässe. Muttertag vielleicht?

Lavendel-Käsekuchen

Rezept für 1 kleine Springform* (18-20 cm) 


Zutaten
für den Guss
50 ml Milch (oder weniger, je nach bevorzugter Guss-Dicke)
5 Bio-Lavendelblüten* (an Milchmenge anpassen! Sonst Seifenalarm!) 
Puderzucker

für den Kuchen
75 g weiche Butter
100 g Zucker
2 Eier
250 g Magerquark
200 g Doppelrahm-Frischkäse
50 g Grieß
1/2  1 TL Bio-Lavendelblüten*
Fett für die Form

Zubereitung 
Möglichst am Tag zuvor den Guss vorbereiten, indem die Lavendelblüten in der Milch aufgekocht werden. Dann kann die Milch nämlich in aller Ruhe abkühlen – aus heißer Milch einen Guss anfertigen, ist nämlich keine gute Idee. 
Für den Kuchen den Boden der Form mit Backpapier belegen und den Backofen auf 175°(Ober-/Unterhitze) vorheizen. Die Ränder einfetten. Weiche Butter und Zucker schaumig rühren. Erst die beiden Eier, dann Quark, Frischkäse und Grieß unterrühren. Zum Schluss noch die Lavendelblüten unterheben, dann die Masse in die Form füllen und im Ofen 35-40 Minuten backen.
Den Kuchen komplett auskühlen lassen (schmeckt eh erst dann richtig gut). 
Aus der Lavendelmilch und dem Puderzucker einen dicken Zuckerguss anrühren und den Kuchen damit übergießen. 

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24 Kommentare

  • Antworten Rike 6. Mai 2012 at 10:28

    Ein Hauch von Provence auf purem Kuchenglück* Eine feine Kombination, die ich mir merken werde. Feinen Sonntag!

  • Antworten moey 6. Mai 2012 at 11:56

    Hach, da isses ja endlich.
    Besten Dank für das schöne Rezept!
    Das muss auf jeden Fall nachgemacht werden!
    Schönen Sonntag noch!

    Viele Grüße,
    Maja

  • Antworten grain de sel 6. Mai 2012 at 11:56

    Es kommt meistens auf die Dosis an – wie im richtigen Leben.
    Und Lavendel kann ein tolles Gewürz sein oder alles zu Seife verwandeln.

  • Antworten Fräulein Text 6. Mai 2012 at 11:56

    oha: lavendel. seit einem lavendelheidesand bin ich dem violett sehr aufgeschlossen. test folgt 🙂

  • Antworten George 6. Mai 2012 at 12:12

    Ich mag wie auf dem ersten Bild das Käsekuchen-Topping mit dem Geschirrdekor harmoniert. Mal so als Randbemerkung. Das mit dem Lavendel in meinem Käsekuchen muss ich mir aber noch überlegen – ich schätze, ich bin da ähnlich konservativ wie der Käsekuchen-Mann in deinem Haus.

  • Antworten Arie 6. Mai 2012 at 14:30

    Das hört sich lecker an! Meine Schwester macht manchmal Lavendel-Kekse, scheint also nicht allzu abgespact zu sein 🙂

  • Antworten Nadja 6. Mai 2012 at 14:30

    Ein bisschen Lavendel ist ok, zu viel erinnert mich immer (genau wie dich) an Oma. 😉 Das unfotografierbare Ding sieht ja eh ganz ordentlich aus!

    Liebe Grüße
    Nadja

  • Antworten Christina 6. Mai 2012 at 14:31

    provence ist ja immer gut. 😉
    wünsche dir auch einen schönen sonntag!

  • Antworten Christina 6. Mai 2012 at 14:31

    oh, heidesand, das hört sich prima an. hoffe, dein test glückt. 🙂

  • Antworten Christina 6. Mai 2012 at 14:32

    ich hoffe, ich habe den dreh bald raus. auf jeden fall werde ich es weiter probieren.

  • Antworten Christina 6. Mai 2012 at 14:32

    versprochen ist versprochen. 😉
    dir auch einen schönen sonntag und vor allem gute besserung!

  • Antworten Christina 6. Mai 2012 at 14:33

    habe ich mit einem besonderen auge ausgewählt, das geschirr. merkt man, gell?
    also, ich finde, auf einen versuch kann man's ja mal ankommen lassen.

  • Antworten Christina 6. Mai 2012 at 14:34

    na, das ist ja auch gar nicht das unfotografierbare ding, das ist die optisch perfektionierte version! 😀

  • Antworten Christina 6. Mai 2012 at 14:35

    ich werde mich auch weiterhin mit lavendel beschäftigen. habe ja jetzt eine riesendose. ich plane kekse, muffins, cupcakes, scones… mal schauen. aus dem rest wird dann ein motten-duftsäckchen. 😉

  • Antworten Rosita Vargas 6. Mai 2012 at 17:45

    Es una delicia con lavanda un toque perfecto…luce estupendo,abrazos y abrazos.

  • Antworten Nysa 7. Mai 2012 at 5:54

    egal ob der kuchen zu sehr nach lavendel schmeckte, er schaut auf alle fälle perfekt aus!

  • Antworten Bestsmellers 7. Mai 2012 at 16:10

    Eine grossartige Idee! Lavendel ist ein tolles Gewürz (wenn man es so nennen will), mit dem ich auch gerne herum experimentiere…und wenn's dann noch im käsekuchen ist – top!

  • Antworten Berliner Küche 9. Mai 2012 at 12:23

    hm, lavendel in essen finde ich zwar meistens fragwürdig, aber die fotos sind richtig schön! würde ich glatt mal probieren, bei dem aussehen. 😉

  • Antworten Christina 9. Mai 2012 at 12:24

    gracias 😉

  • Antworten Christina 9. Mai 2012 at 12:24

    wie gesagt: das ist schon der zweitversuch, der erstkuchen war nicht wirklich fototauglich. aber gut, dass es sich wenigstens gelohnt hat, noch einmal zu backen. 😉

  • Antworten Christina 9. Mai 2012 at 12:25

    ja, ich bin auch schon gespannt, was ich noch so damit anstellen werde. :>

  • Antworten Christina 9. Mai 2012 at 12:25

    dankesehr! 🙂

  • Antworten Anne 9. Mai 2012 at 19:00

    Das klingt absolut verlockend und er sieht so wunderbar zart und fein aus. Kommt direkt auf die Nachbackliste 🙂

    Liebe Grüße
    Anne

  • Antworten Petra 15. Mai 2012 at 10:35

    Mhhh, klingt ja lecker und man lernt ja nur aus seinen Fehlern *grins… Ich hab mal Erdbeer-Lavendel-Marmelade gemacht und übertrieb es leider auch mit dem Lavendel, war halt mein erster Versuch- naja und der Mann des Hauses liess sie daher auch links liegen, aber ich ass fleissig weiter und bin nun schlauer! Alles Liebe
    Petra

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